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Dan Mangan & Blacksmith beim Queer Festival Heidelberg.

support: Cristobal and the Sea

Mit zwei JUNO-Awards in der Tasche und zwei eingängigen Alben auf dem Solo-Konto, darf man unbequem werden. Dan Mangan, das war der Typ, dem man gern durch die Haare wuschelt, der Barde mit der Klampfe und dem öligen Kehlkopf, eine Bank in Sachen Singalongs.

110601-Dan-Mangan-425_by_Jonathan_Taggart Jetzt macht er auf dem im Januar erschienenen Album „Club Meds“ ernst. Mangan liebt jetzt opulent-komplexe Songentwürfe, er erschüttert in „Forgetery“, singt im hochempfindlichen Finale, „New Skies“, auch mal mit Kopfstimme und macht es seinen Hörern selten so leicht wie in „Mouthpiece“. Er spielt nicht mehr den Romantiker, sondern versucht sich an schwerwiegenden, mitunter politisch motivierten Dramen. Während rechts und links Tonleitern rauf und runter dudeln und Fingerpickings zwischen Störgeräuschen Halt suchen, erzählt Mangan in „Offred“ zu zittrig-zerhauenen Harmonien davon, wie leicht man eine Fußnote der Geschichte wird. „A Doll’s House/Pavlovia“ ist eine betrübte Meditation, „Pretty Good Joke“ entdeckt zu einander überlagernden Rhythmen den Sarkasmus.

Seine neu gegründete Formation Dan Mangan & Blacksmith bescherte ihm noch einige weitere Kollegen. John Walsh, Gordon Grdina, Kenton Loewen, JP Carter, Jesse Zubot und Tyson Naylor bilden das Gespann Blacksmith. Das Musiker-Kollektiv aus Vancouver, sorgt dafür, dass „Club Meds“ wie eine echte Bandplatte klingt.  Nun entdeckt er im Folkwalzer „XVI“ sein Herz für Marie Antoinette und Ludwig XVI. und verwandelt sie in Wall-Street-Banker, die voller Selbstmitleid die Occupy-Bewegung beäugen: „We’re dying of boredom, there’s nothing to do.“

Das Resultat ist ein starkes und mutiges Album, das tatsächlich völlig anders klingt, als man das so von Dan Mangan gewohnt war. Vorbei sind die Zeiten der fröhlich, naiven Sing-Alongs a la Robots. Auf Club Meds betritt Mangan seine Blaue Phase. Tief dunkel und unglaublich schwer lasten die Arrangements oftmals auf dem Hörer. Eine echte Zumutung, dieses Album. Man muss sich gar richtig damit beschäftigen. Also praktisch eine Frechheit. Fordernd, ja geradezu anstrengend, aber nach ein paar Mal hören kriegt man alles zurück bezahlt, auf Heller und Pfennig. Es entwickelt sich eine dunkle, tiefblaue Kraft voller Schönheit, Komplexität und Energie. Eine Platte für Fortgeschrittene,

http://danmanganmusic.com/

Einlass 20.00Uhr | Eintritt AK 20 €, VVK 17 € + VVK-Gebühr

 

Dan Mangan started a new era in his career by naming his band Blacksmith and their work together has produced a brave and convincing fourth album, „Club Meds“, a follow-up to its excellent predecessor „Oh Fortune“ (which won two JUNO Awards and a Polaris Music Prize Listing) but sounding completely different from Mangan’s usual music. On „Club Meds“, Mangan enters his blue phase and says goodbye to naive and cheerful sing-alongs like „Robots“. The arrangements are dark, deep and impossibly heavy, in a way that is almost off-putting at first listen. But you have to persist with this record, a challenge to be sure, but you get back every penny you put in. The record evolves into a deep blue source of immense beauty, complexity and energy. This is a work for advanced listeners, those lost romantics who are desperate, maybe, but ready to fight for a better today.

Dan Mangan & Blacksmith, playing us the sound of modern Canada.

Doors open 8:00 PM

Tickets €20, in advance €17 + fees