JURY STATEMENT
Die Serie „Life without a Parachute“ zeigt ganz großen Momente queerer Geschichte und weitreichende Erfolgsgeschichten, gefeierte Stars und Menschen, die politische Errungenschaften für die queere Community weit über den US-Kontext hinaus erbracht haben. Nichtzuletzt ist Roger Erickson’s Lebenswerk selbst eine queere und Schwarze Held*innengeschichte, die die Bedeutung queerer Perspektiven in der Geschichte unterstreicht. Eine Arbeit, die Mut macht, Hoffnung gibt und zur Fluidität empowered – große Held*innen, die Stärke geben können.
LIFE WITHOUT A PARACHUTE
Roger Erickson zeigt Menschen, die in ihrer eigenen Geschichte kompromisslos den Fallschirm beim Sprung losgelassen haben. Die für sich selbst, die eigene Vision und ihre Community einstehen. Rechte erkämpft haben, zeigen, dass queere Kunst und Kultur Welten bewegt und einige der ganz großen Helden hervorbringt. Von 1994 bis 2019 fotografierte Erickson über 200 Portraits als Zeitzeugnisse queerer Kultur und zementierte damit herausragende queere Persönlichkeiten im US-amerikanischen Kontext. Die cineastische schwarz-weiß Fotografie mit ihren scharfen Konturen und Kontrastinensität zeigt Ericksons Subjekte als bereits in die Geschichte eingegangene Held*innen, ohne dabei die Fluidität und Diversität dieses Held*innentums zu beschneiden. Im Gegenteil, „Life without a Parachute“ zeigt echte Menschen, Gallionsfiguren und deren Geschichten, die auf unterschiedlichste politische, künstlerische, pop-kulturelle und gesellschaftliche queere Spannungsfelder verweisen.
Roger Erickson: „Ich habe dieses Projekt zum Teil ins Leben gerufen, um meine Erfahrungen als homosexueller, afroamerikanischer Fotograf in den USA zu dokumentieren. Zum anderen ist es Teil einer fortlaufenden visuellen Erkundung der Gendervielfalt innerhalb der LGBTQ-Communities, was es bedeutet, „out“ zu sein, und wie sich das Coming-out auf die amerikanische Kultur ausgewirkt hat. Zu den Persönlichkeiten gehören Chris Colfer, Wanda Sykes, Rufus Wainwright, Rachel Maddow, Indya Moore, Bishop Gene Robinson, Lena Waithe, Andrew Rannells, Colton Haynes, Lady Bunny, Edward Albee, John Waters, Greg Louganis, Armistead Maupin, Gillian Anderson, Alia Shawkat, The Gay Men’s Chorus, Samira Wiley, Gus Kenworthy, Catherine Opie, Chelsea Manning, Kristin Beck, Tegan and Sara, Sasha Velour, Shannon Purser, Gigi Gorgeous, Tarell Alvin McCraney, Alvin Ailey American Dance Theater und Evan Rachel Woods.“
BIOGRAFIE
Roger Erickson stammt aus Oakland, Kalifornien, wo er während seines Psychologiestudiums an der San Francisco State University begann, sich mit Kunstfotografie zu beschäftigen. In den 1990er Jahren erhielt er seine ersten Fotoaufträge für das Select Magazine mit Motörhead, Neil Young und Crazy Horse. Danach zog er nach London, wo er seine Karriere als Fotograf von Musikern begann. Er ist der erste Afroamerikaner, der ein Cover des Vogue Magazins fotografiert hat, mit Lily Aldridge auf dem August-Cover der Vogue México y Latinoamérica 2003. Im Jahr 2017 fotografierte er seine dritte Out100 Portfolio-Ausgabe für das Out Magazine.
Zu den Ausstellungen von Roger Erickson gehören „OUTspoken: Portraits of LGBTQ Luminaries“ (Solo), SFAC Galleries, San Francisco City Hall, San Francisco, CA June 9 – Oct. 16, 2015. „Voices for Womankind: Resilience“, WOMENKIND Art Exhibit (Gruppe), One Art Space Gallery, Manhattan, NY, Sept. 27 – Oct. 3, 2018.