Das globale politische Klima wird zunehmend feindlicher gegenüber queeren Lebensrealitäten. Von legislativen Angriffen auf Transrechte in den Vereinigten Staaten bis hin zum Erstarken rechter Bewegungen in Europa, die Fördermittel für LGBTIQ+-Projekte kürzen – Safer Spaces werden weniger und essenzielle Ressourcen der Community sind bedroht.
Angesichts dieser Entwicklungen wird gegenseitige Fürsorge innerhalb queerer Gemeinschaften nicht nur wichtig, sondern notwendig. Während institutionelle Unterstützung schwindet, wird Care-Arbeit häufig von Einzelpersonen getragen: Sie ist unbezahlt, emotional fordernd und oft unsichtbar. Gleichzeitig geraten immer mehr queere Menschen in prekäre Lebenssituationen.
Die diesjährige Ausstellung versammelt fotografische Arbeiten, die erforschen, wie wir uns in Zeiten der Unsicherheit weiterhin gegenseitig stützen können. Bei der Auswahl der Projekte haben wir uns besonders für künstlerische Perspektiven interessiert, die sich mit gegenseitiger Unterstützung innerhalb der LGBTIQ+-Community, queerer Care-Arbeit in all ihren Formen sowie mit in Liebe, Präsenz und Solidarität verwurzelten Formen des Widerstands beschäftigen. Die Werke machen zudem alltägliche Momente von Schutz, Heilung und Verbundenheit sichtbar, die weltweit Communities tragen.
Die hier präsentierten Werke laden dazu ein, Fürsorge als gemeinsame Praxis zu begreifen. Als Form von Resilienz, als politischen Akt und als Möglichkeit, sich Zukünfte vorzustellen, in denen niemand zurückgelassen wird.